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Warum Würzburg? Ein Plädoyer für meine Stadt.

Blick auf die inzwischen gesperrte Kaimauer und den Kulturspeicher im Mai 2012.Warum macht sich hier einer die Arbeit seine Heimatstadt in Wort und Bild aus diversen Blickwinkeln ausführlich zu porträtieren? Die Antwort ist recht vielfältig und hat seinen Ursprung in der Besonderheit und manchmal auch Einzigartigkeit "meiner" Stadt. Ich bin hier 1974 geboren, aufgewachsen, und habe bis auf gut ein Jahr immer hier gelebt. Was mich mit Würzburg verbindet ist so eine Art "Hassliebe" - wobei das Wort "Hass" da ein bisschen stark ausgedrückt ist.

Fangen wir mit den positiven Dingen an: Würzburg ist eine wunderbar grüne Stadt mit guten Naherholungsgebieten wie dem Ringpark - der grünen Lunge der Stadt - dem schönen Steinbachtal bis hinaus zum Guttenberger Forst hinter der Ortschaft Reichenberg. Würzburg hat einen für meine Begriffe sehr gut ausgebauten Personennahverkehr. Es gibt doch fast keine Stelle die man nicht mit Bus oder Straßenbahn erreichen kann. Unsere Innenstadt bietet schön kurze Wege - fast alles ist bequem zu Fuß zu erreichen. Das Angebot an wertvollen Kulturgütern und diversen Freizeitaktivitäten ist sehr reichlich und ist eine Besonderheit der Stadt.

Was ich an der Stadt nicht so gerne mag ist der manchmal etwas "rauhe Scharm" der Würzburger. Manche Menschen in unserer Stadt könnten einfach freundlicher und offener sein. Da wird vor allem in Kommentarfeldern im Internet gemotzt und geschimpft, dass es oft nicht mehr schön ist und viele Leute vergessen gerade im Internet leider ihre "gute Kinderstube". Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin nicht dagegen, dass man seine Meinung sagt - ganz im Gegenteil! Was mir aber einfach "sauer aufstößt" ist der Spott, die Häme und manchmal einfach auch die Bösartigkeit mit der so viele Beiträge kommentiert werden.

Würzburg ist manchmal ganz schön "schräg"! Aber irgendwie mag ich meine Heimatstadt gerade deswegen.Ich erinnere mich z.B. an diverse Beiträge bei "Würzburg erleben" (eine große Würzburger Facebook-Seite). Es ging damals um Asylbewerber die 2012 in Würzburg aus Protest für einige Wochen in der Fußgängerzone in einem Zelt in Hungerstreik getreten waren. Das war sicherlich eine radikale Aktion der Leute um auf ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen. Auch hier denke ich, dass man natürlich geteilter Meinung darüber sein kann - gar keine Frage! Etwas befremdlich fand ich es zu Anfang damals auch. Viel schlimmer waren aber hier die Masse der Kommentare in Facebook. Wer verstehen möchte was ich meine, der liest einfach hier mal die Kommentare. Ursprünglich hatte auch ich meine Meinung dazu gepostet, weswegen ich in einigen Kommentare namentlich noch Erwähnung finde. Ich bin für mich inzwischen durch diese Erlebnisse zu der Entscheidung gelangt, dass ich mich künftig nicht mehr öffentlich zu irgend welchen Themen bei Facebook und vor allem nicht bei oben besagter Seite äußern werde. Mit machen Menschen kann man einfach nicht diskutieren und sie sind nicht bereit sich in die Lage anderer zu versetzen sondern sind von Ängsten jeglicher Art und Couleur getrieben.

Bei allem Verständnis für die Ängste der Menschen vor "Überfremdung" oder der Tatsache, dass deren Aufenthalt Steuergelder verbraucht, könnte man vielleicht auch mal in Erwägung ziehen, dass es sich hier in erster Linie um Menschen handelt! Menschen die sicherlich nicht freiwillig ihrem Land den Rücken gekehrt haben sondern politisch und religiös verfolgt wurden und werden. Aber das scheint manchen Leuten schon ein zu weiter Blick über den Rand des eigenen gut gefüllten Tellers zu sein...

Die Festung Marienberg gesehen aus der Semmelstraße an einem Nachmittag im Januar.Ähnliche Themen waren z.B. Diskussionen um Einkaufszentren, FH-Neubau, Weindorföffnungszeiten, Petrini Bau am Markt oder zuletzt der Bau der Straßenbahnlinie 6. Würzburg hat durch die Erweiterung des Stadtgebietes am Hubland die einmalige Chance alles richtig zu machen und das Gelände auf dem zudem die Landesgartenschau 2018 stattfinden soll, verkehrstechnisch gut anzubinden. Aber da gibt es eben auch die "ewigen Verhinderer" in der Stadt, die Angst haben, dass sie in Zukunft nicht mehr mit dem Auto bequem durch das Oeggtor an der Residenz in die Stadt fahren können weil dieses gesperrt werden müsste. Schlussendlich führte diese Diskussion dazu, dass die Straßenbahn nun zumindest schon mal nicht bis zur Landesgartenschau fahren wird (Stand: Juli 2013), und das finde ich persönlich sehr bedauerlich.

Oder im September z.B. - da gibt es in jedem Jahr ein wirklich tolles Stadtfest mit vielen Attraktionen und Live-Musik auf verschiedenen Bühnen. Nur leider gibt es eben auch Anwohner die erwirkt haben, dass um 22 Uhr Schluss sein muss. Schade! Denn gerade so ein Stadtfest lebt doch davon, dass Menschen in der Stadt sind um Spaß zu haben. Gehen die Würzburger denn zum Lachen in den Keller? Manchmal kann ich mich des Eindrucks ehrlich gesagt nicht so ganz erwehren. So ein Stadtfest ist doch auch ein Aushängeschild für die Stadt welches Besucher anzieht und somit auch - genau wie das Weindorf - ein wirtschaftlicher Faktor ist.

Ähnlich verhält sich die Situation beim jährlichen Weindorf, einer geplatzten Live-Übertragung der Fußball-WM auf Großbildleinwand auf dem Marktplatz (2006) und anderen Veranstaltungen die unsere Stadt bereichert hätten. Ist es denn wirklich so schwer? Kann man nicht die wenigen Veranstaltungen die pro Jahr in der Innstadt veranstaltet werden ertragen? Ich wohne auch in der Innenstadt und lebe noch...

Und dann gibt es auch noch die Leute - erstaunlicher Weise vor allem "jüngere" Leute - die immerzu beklagen, dass in Würzburg nichts los sei. Man könne nicht ordentlich einkaufen gehen und zu feiern gibts hier angeblich auch nichts. Also ich weiß ja nicht... Aber Würzburg Kiliani-Volksfest 2013 in Würzburg.hat eine relativ hohe Kneipendichte, viele kulturelle Veranstaltungen und wer mal was ganz anderes machen will, der kann sich ja in die Weinberge setzen und vielleicht mit einer guten Flasche Wein oder einem kühlen Bier einfach mal den schönen Blick genießen...

Früher habe ich auch oft so gedacht und war mir immer ziemlich sicher, dass Würzburg eine langweilige Stadt sei. Wenn man immer hier ist, dann übersieht man vielleicht die vielen Möglichkeiten und Vorteile. Die Schönheit der Stadt hat sich für mich allerdings auch erst richtig erschlossen, als ich nicht mehr hier war. Andere Städte mit vergleichbarer Größe (z.B. Ingolstadt wo ich auch mal gelebt habe) bieten eine teilweise wesentlich geringere Attraktivität.

Deswegen auch die Überschrift zu diesem Artikel: "Warum Würzburg? Ein Plädoyer für meine Stadt". Somit ist dieser Text also als eine kleine "Verteidigungsrede" für Würzburg - "die Angeklagte" - zu verstehen.

Die Festung Marienberg an einem schönen Herbstabend 2013.Würzburg ist reich an Kulturgütern und prachtvollen Bauten wie der Alten Mainbrücke, Festung Marienberg, Residenz, Käppele und anderen. Und natürlich hat unsere Stadt auch unschöne - um nicht zu sagen - hässliche Ecken. Da gibt es Wohnsilos aus den 70er Jahren, Industriegebiete mit diversen Einkaufszentren im "Schuhkartonformat" und ohne Ende Nachkriegsbauten aus den 1950er Jahren - immer frei nach dem Motto: "quadratisch, praktisch, gut". Natürlich: vergleichbare "Bausünden" gibt es in jeder Stadt und Würzburg hat diese ganz besonders dem schrecklichen Bombenangriff vom 16. März 1945 zu "verdanken"... Das die Stadt nach dem Krieg überhaupt wieder so aufgebaut werden konnte, ist der schier unglaublichen Leistung der Nachkriegsgeneration zu verdanken.

Nun wissen Sie ein wenig darüber was mich bewegt diese Homepage auf die Beine zu stellen und sie weiterhin zu aktualisieren und erweitern. Würzburg hat einfach viele Facetten und man sollte doch bitte keinen "starren Blick" auf die Dinge haben, sondern versuchen mit möglichst offenen Augen durch die Gegend zu gehen. Ich wohne wirklich gerne hier und bin froh in dieser schönen Stadt leben zu können. Sicherlich: München, Berlin, Hamburg und viele andere Städte und Gebiete in Deutschland sind sehr schön und absolut erwähnenswert. Würzburg ist auch wirklich nicht der "Nabel der Welt" - oder anders gesagt eher die "Provinz" - mir reicht meine kleine Stadt (meistens zumindest) aber seit vielen Jahren völlig aus und ich glaube, dass dieses auch erst Mal so bleiben wird.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß auf meiner Seite und lade Sie herzlich ein auf eine kleine Reise zu den verschiedensten Orten in die unterschiedlichsten Stadtteile. Sie finden auf meiner Seite sowohl "Postkartenmotive" als auch ganz persönliche Blicke auf die täglichen Dinge und Gegebenheiten der Stadt. Nutzen Sie bitte die Ausklappnavigation am oberen Bildschirmrand um zu den verschiedenen Seiten zu gelangen. Ich freue mich ganz besonders über einen Gästebucheintrag oder eine Email.

My Favourite Tracks

Genau das ist der Titel einer kleinen Kneipen-Talkshow zu der ich am 04. Januar 2011 in Würzburg eingeladen war. Gastgeber ist der Musiker Dennis Schütze aus Würzburg der diese Talkshow mit Kulturschaffenden aus Würzburg mehrmals im Jahr an unterschiedlichen Orten veranstaltet. Sinn des Ganzen ist es, dass der Gast seine 10 Lieblingstracks auf CD mitbringt und vorspielt, und man - vor dem Kneipenpublikum - über die Musik ins Gespräch kommt. Dennis hatte mich in den netten kleinen Tiepolo-Keller im Inneren Graben eingeladen, da er über diese Webseite auf mich aufmerksam wurde.

Meine 10 "Favourite Tracks":

  1. Peter Cornelius: Du Bist mir ins Gedächtnis tätowiert (Lebenszeichen)
  2. John Lennon: Stand By Me (Rock'n'Roll)
  3. Hollies: Bus Stop (Single)
  4. Pink Floyd: The Fletcher Memorial Home (The Final Cut)
  5. Van Morrison: Someone Like You (Poetic Champions Compose)
  6. Emmerson, Lake & Palmer: Lucky Man (Emmerson, Lake & Palmer)
  7. Tom Petty: Runnin' down a Dream (Full Moon Fever)
  8. Creedence Clearwater Revival: As Long As I Can See The Light (Cosmo's Factory)
  9. Neil Young: Old Man (Harvest)
  10. Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester (Originalbandkopie einer Aufnahme aus dem Haus des Rundfunks, Berlin vom 26.04.1943)

Warum ich mich für die oben genannten Titel entschieden habe und was mich mit dieser Musik verbindet, wird in der Talkshow lang und breit erklärt und diskutiert. Wer bei der kleinen Talkrunde nicht live dabei war, kann sich die Show in Ausschnitten hier jetzt nochmal anhören und so auch einiges über mich und meinen Lebensweg erfahren. Die Musiktitel habe ich aus urheberrechtlichen Gründen selbstverständlich aus der Aufnahme entfernen müssen.

Insgesamt dauert die Show 96 Minuten und ist in 7 Titel á ca. 10-15 Minuten aufgeteilt.

An dieser Stelle auch nochmals einen herzlichen Dank an Dennis für den schönen und interessanten Abend! Vielen Dank auch an die Gäste für den Besuch!

Letzte Aktualisierung: 10.01.2014