Die Straßenbahnlinie 6 zum Hubland

Es hätte "so schön" werden können in Würzbug! Im Jahr 2018 findet im neuen Stadtteil Hubland die Landesgartenschau statt. Zusätzlich ist jetzt schon der neue Hubland-Campus der Universtiät in Nutzung. Was könnte da besser passen, als in den nächsten Jahren eine neue Straßenbahnlinie zu bauen, die nicht nur die Studenten transportiert die täglich zur Uni am Hubland müssen, sondern auch ab 2018 die zahlreich erwarteten Besucher der Landesgartenschau...

Aber wie schon gesagt: "Es hätte" schön werden können. Denn aktuell (Anfang 2014) geht man bei der Stadt davon aus, dass die Straßenbahnlinie 6 nicht wie geplant 2016 das erste Mal fährt, sondern - so ist der aktuelle Stand - frühestens Ende 2019! [1]



Ziel dieser Seite soll es sein, die Fortschritte (Rückschritte?!) in Sachen Linie 6 zum Hubland zu dokumentieren. Außerdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich für die neue Linie bin und ehrlich gesagt nicht verstehe, warum so viele Leute in der Stadt so viel Angst davor haben und so sehr dagegen sind. Mit diesem Artikel möchte ich gerne die Sachlichkeit an den Tag legen, die ich bei manchen Leuten in Würzburg sehr vermisse. Es reicht nur ein kleiner Artikel in der Main-Post, und schon beginnt eine Hetze bei deren Lektüre man sich manchmal nur schämen kann!

Sicherlich ist nicht alles "Gold was glänzt" und - zumindest die Bauphase - wird für die Stadt anstrengend und zweitweise auch für Anwohner und Autofahrer mit Äger verbunden sein. Dieser Zeitraum ist aber eindeutig überschaubar und danach hat die Stadt für immer ein umweltfreundliches und sehr sicheres Verkehrsmittel. Der dauerhafte Nutzen und die Umweltfreundlichkeit bei zudem ständig steigenden Spritpreisen ist für mich ehrlich gesagt nicht zu übersehen!

Aber dann gibt es da ja genügend Leute in der Stadt die sich an der Streckenführung erregen. Daran nämlich zum Beispiel, dass die Straßenbahn vor der Residenz auf der Schwarzen Promenade entlang fahren soll. In den Augen der Gegner, wäre dies äußerst unattraktiv und man glaubte sogar, dass der Residenz der Status des Weltkulturerbes aberkannt werden könnte. Inzwischen ist aber klar, dass dies nicht der Fall sein wird. Die entsprechende Komission hat nämlich keine Probleme mit der Straßenbahn.

Ich habe mich da immer gefragt, was wohl für die Bausubstanz der Residenz und den optischen Eindruck schlechter ist? Eine Straßenbahn die mehrmals pro Stunde vor der Residenz vorbei fahren wird, oder hunderte Autos die seit Jahrzehnten Tag und Nacht den Residenzplatz zuparken?! Die Autos stoßen zumindest bei An- und Abfahrt nicht unerhebliche Mengen an für die Bausubstanz schädlichen Abgasen aus (vom Verkehr rund um die Residenz will ich gar nicht erst anfangen). Die Straßenbahn hingegen gab es schon vor 100 Jahren als sie noch durch das Oeggtor zum Sanderring fuhr.

Einwände bremsen das Projekt

Seit rund zwei Jahren läuft in Würzburg das Planfeststellungsverfahren für die Linie 6. In 447 Fällen hatten Bürger bis August 2012 schriftliche Einwände gegen die ausgelegten Pläne der Straßenbahn-Planer erhoben, teils auf 60 bis 70 Seiten. Seit Oktober 2012 wurden diese Einwendungen kategorisiert und Fall um Fall abgearbeitet. Gutachten seien angefordert worden, die Zug um Zug in die Pläne eingearbeitet worden seien, so WVV Chef Thomas Schäfer im Interview mit der Main-Post [1].

„Fast 97 Prozent der Einwendungen sind geschafft“, berichtete Daniel Schüßler-Spitzhüttl, bei der WVV zuständig für der Bauprojektmanagement. Jeder einzelne Einwand müsse sorgfältig bearbeitet und fundiert beantwortet werden. „Wir können nicht einfach eine Behauptung durch eine Gegenbehauptung beantworten.“ Und wenn, wie geschehen, ein Bewohner der Max-Dauthendey-Straße in der Sanderau auf einer Sammel-Einwendung unterschrieben habe, dass er sich durch dem Lärm der Straba-Linie belästigt fühle, müsse das Gegenteil durch ein Gutachten belegt werden. Das kostet Zeit und Geld, bislang seien rund vier Millionen Euro für die Linie 6 „verplant“ worden, sagte Schäfer [1].

WVV Chef Thomas Schäfer rechnet mit dem Planfeststellungsbeschluss der Regierung nicht vor Ende 2014. „Dann gehen die Planungen weiter, die Kosten werden ermittelt und das Zuwendungsverfahren beginnt, Ende 2015 werden wir Europaweit ausschreiben, im Frühjahr 2016 die Arbeiten vergeben und im Sommer 2016 wird der Bau beginnen können“, so Schäfer. „Bei einer veranschlagten Bauzeit von rund dreieinhalb Jahren sind wir Ende 2019 fertig, und das aber nur, wenn niemand gegen die Planfeststellung klagt.“

Wann fährt die Linie 6 in Würzburg auf Gleisen zum Hubland?

Die Fertigstellung der Trasse war ursprünglich für das Jahr 2016 geplant. Bereits Anfang 2013 zeichnete sich ab, dass die Umsetzung sogar bis 2018 eher unwahrscheinlich ist. Am 18. Juni 2013 gab die Stadt bekannt, dass eine Realisierung der Straßenbahnlinie 6 bis 2018 aufgrund von 450 Einwendungen und damit verbunden einem deutlich längeren Planfeststellungsverfahren nicht möglich ist. Kritiker warfen dem Stadtrat außerdem vor, durch seine Entscheidungen die Entwicklung behindert zu haben. [3] Zwei Tage später wurde bekannt, dass die neue Linie auch bis 2019 nicht fertig wird. [4] Der Termin der Fertigstellung ist somit offen.

83 Millionen Euro sind für den Bau der neuen Straba-Linie veranschlagt. Die zuvor angepeilten Kosten von 65 Millionen Euro wurden revidiert, nachdem zusätzliche Nebenkosten und Erschwernisse beim Bau mit einberechnet wurden.

Streckennetz der Würzburger Straßenbahn

Streckennetz der Straßenbahn in Würzburg. Die geplante Linie 6 ist hier rot gekennzeichnet.


Straßenbahnlinien in Würzburg auf einer größeren Karte anzeigen.

Links zum Thema

Quellenangaben
  1. Straßenbahn zum Hubland fährt nicht vor Ende 2019 - Main-Post vom 17.06.2013 → abgerufen am 04.01.2014
  2. Oegg-Tor wird dicht gemacht - Main-Post om 29.03.2012 → abgerufen am 04.01.2014
  3. Neue Straßenbahn nimmt weitere wichtige Hürde - Main-Post vom (17.07.12) → abgerufen am 23.12.2013
  4. Ohne Straßenbahn zur Landesgartenschau Main-Post vom 18.06.2013 → abgerufen am 23.12.2013

Letzte Aktualisierung: 10.01.2014