Der Würzburger Hauptbahnhof - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Bahnhofsgebäude in einer Novembernacht 2012.Der Würzburger Hauptbahnhof steht vor großen Veränderungen. Das Gebäude aus dem Jahr 1954 und sein Umfeld ist vielen Menschen in der Stadt, nicht zu Unrecht, ein Dorn im Auge. Wer aus dem jetzigen Bahnhof auf den Vorplatz tritt, findet zwar endlich einen sehr schönen und frisch sanierten Brunnen, aber rundherum nichts weiter als an allen Ecken und Enden geflickte Straßenteile und überwiegend heruntergekommene Flachbauten. Auch im Inneren des Bahnhofs sieht es nicht viel besser aus. Der Mief der 1950er Jahre wurde hier lange Zeit von der Bahn beibehalten und "gepflegt". Nun ist es aber so, dass im Jahr 2018 die Landesgartenschau nach Würzburg kommt. Dies war vielleicht auch ein Grund dafür, dass die Bahn endlich eine verlässliche Aussage bezüglich der Renovierung gemacht hat.



Die folgende Seite soll zeigen, wie sich unser Bahnhof verändert. Die zahlreichen Bahnhofsbilder entstanden im Abstand jeweils eines Jahres zwischen 2009 und 2011.

Fotos vom Würzburger Hauptbahnhof

Auf einer extra eingerichteten Seite finden Sie zahlreiche Bilder vom Würzburger Hauptbahnhof, die die Umbaumaßnahmen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dokumentieren.

Das Umfeld von Bus- und Hauptbahnhof

Alleine schon aus beruflichen Gründen komme ich in der Regel täglich an den Würzburger Busbahnhof zum Umsteigen zwischen Bus und Das direkte Umfeld des Würzburger Hauptbahnhofs ist alles andere als "ansehnlich". Ob man will oder nicht wird man hier zudem auf "Schritt und Tritt" von Videokameras überwacht (siehe links oben auf dem Dach).Straßenbahn. Seit einiger Zeit fällt mir immer wieder auf, dass sich das Umfeld stark zum negativen verändert hat.

Früher war es in der Regel nur eine Hand voll Punks die vor den Buden oder auf der Rasenfläche Platz nahmen um sich dort treffen. "Sauber" in dem Sinne waren sie dabei zwar nicht, aber es war wenigstens mehr oder weniger friedlich.

Inzwischen verkommt aber gerade das direkte Umfeld des Busbahnhofs für meinen Geschmack zu einem regelrechten "Saufgelage". Ob am Mittag oder Abend - wer vom Busbahnhof zur Straßenbahnhaltestelle geht, trifft in der Regel ständig auf alkoholisierte Personen die sich häufig auch in den Haaren haben. Besonders "erschreckend" empfinde ich dabei den Anteil der sehr vielen jungen Leute. Besonders die wenigen Bänke und Wartehäuschen am Busbahnhof werden ständig belagert und sind eh so dreckig und stinken, dass man dort nicht wirklich Platz nehmen möchte.

Rund um die Straßenbahnhaltestelle herrscht nicht nur tagsüber reger Betrieb...Unlängst wurde ich selber Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen einigen (angetrunkenen) Personen. Mein Bus kam leider einige Minuten zu spät am Busbahnhof an weswegen der Straßenbahnanschluss weg war. So blieb mir also nichts weiter übrig, als etwas warten zu müssen. Ich beobachtete wie mehrere Personen lautstark und sichtlich aggressiv gegeneinander vorgingen. Ruck Zuck war das Maß der Dinge überschritten und es flogen die Fäuste. Die Stimmung unter den Beteiligten war so aggressiv, dass zwei weitere Personen in Streit gerieten. Ein sturzbetrunkener Mann der einen anderen beleidigt hatte fing sich ebenfalls eine ein und ging zu Boden.

Ca. eine Minute später erschien ein Streifenwagen der Polizei. Die Beamten stiegen aus und zogen zur Sicherheit gleich ihre schwarzen Lederhandschuhe an. Zwei Minuten später erschien ein zweiter, dritter und kurz danach auch noch ein vierter Streifenwagen mit Blaulicht Nachts warten am Busbahnhof nicht nur Busse auf Fahrgäste...und Sirene. Insgesamt waren nun acht Polizisten vor Ort und hatten die unruhige Lage durch ihre starke Präsenz schnell im Griff und vernahmen die beteiligten Personen...

Warum muss das alles sein frage ich mich? Was ist so "toll" daran sich am Bahnhof aufzuhalten und Alkohol zu trinken? Und warum treffen sich gerade recht viele Jugendliche mit ihren Cliquen an diesem Ort? Das ein Bahnhof in der Regel ein Platz ist der die unterschiedlichsten Leute anzieht, sollte klar sein. Die Frage die sich mir aber eigentlich stellt ist, warum dies überhaupt möglich ist? Der Grund ist in meinen Augen vielleicht, dass die Bahn für diesen Bereich des Bahnhofs nicht zuständig ist - hier ist die Stadt Würzburg gefragt. Würde man aber z.B. Platzverweise aussprechen, würden diese das Problem nur verlagern und nicht in Luft auflösen - das wäre zu einfach gedacht. Etwas mehr Präsenz oder auch Sozialarbeit die von der Stadt in Auftrag gegeben werden müsste (sofern nicht schon geschehen), wäre hier vielleicht ein Lösungsansatz. Ebenfalls könnte die Stadt sicherlich unterbinden, dass z.B. im Yormas Markt und der Döner Bude Alkohol verkauft werden darf - dies könnte die Situation ebenfalls "entschärfen".

Pläne für Einkaufszentrum gescheitert

Im Jahr 2006 waren die Bahn, die Stadt Würzburg und die private mfi AG in einem Bürgerentscheid mit dem "Würzburg Arkaden"-Projekt gescheitert. Die Projektpläne beinhalteten den Bau eines Einkaufszentrums auf 20.000 Quadratmetern und einer Veranstaltungshalle für 5.000 Besucher direkt neben dem Hauptbahnhof. Zudem sollten die Bahnhofshalle und der -vorplatz umgestaltet und modernisiert werden. Die Bürgerinitiative "Ringpark-in-Gefahr“ warnte damals vor allem vor weiteren Eingriffen in die Parkflächen am Bahnhof. Zudem befürchtete sie einen Verkehrskollaps und die Verödung der Innenstadt nach Eröffnung des Einkaufszentrums. Die Initiative erwirkte letztlich einen Bürgerentscheid, in dem sich die Würzburger gegen das Projekt aussprachen. [1]

Quellenangaben
  1. Nachrichtentexte dieser Seite: Bayerischer Rundfunk 18.03.2010

Letzte Aktualisierung: 06.11.2014