Das ehemalige Bürgerbräugelände

Ganz am Ende der Frankfurter Straße im Stadtteil Zellerau befindet sich das Gelände der ehemaligen "Würzburger Bürgerbräu". Das Bürgerbräu war eine Würzburger Brauerei, deren Geschichte als Brauhaus Zell am Main bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück reichte. In den gut 150 Jahres seines Bestehens erlebte das Gelände eine Geschichte von wechselnden Besitzern und dem Niedergang mit anschließender Insolvenz im Jahr 1989. In diesem Jahr wurde auch das letzte Bier von der Patrizier Bräu hergestellt welche zum Schluss der Eigentümer des 5,2 Hektar großen Geländes war und das Gelände für damals neun Millionen D-Mark an die Stadt Würzburg verkaufte.



Straßenbahnendhaltestelle Mainaustraße im Jahr 1966. Im Hintergrund das Gebäude der damaligen "Würzburger Bürgerbräu". (Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Schererfotografie / Panoramio.com)Nach einigen Jahren Leerstand der Gebäude zog hier Anfang der 1990er Jahre das "Autonome Kulturzentrum Würzburg" (AKW) ein. Das AKW war 27 Jahre lang der sozio-kulturelle Treffpunkt der Stadt. Ursprünglich in einer alten Werkstatt in der Martin-Luther-Straße gestartet, eröffnete das AKW im Juli 1992 in der ehemaligen Picherei und Büttnerei des Bürgerbräus seine Pforten. Im Jahr 2009 meldete aber auch das AKW Insolvenz an und die Türen wurden für immer geschlossen.

Seit dieser Zeit ist das Gelände mehr oder weniger ungenutzt und wartet auf seine neue Nutzung. Die Fotos auf dieser Seite entstanden im Mai 2013 und zeigen das teilweise verlassene Areal und was daraus bis heute geworden ist.

Pläne für die Zukunft

Im Jahr 2012 wurde das Gelände von der Stadt Würzburg an die beiden Investoren Carsten Höfer (Sektkellerei Höfer) und Roland Breunig (Architekt) verkauft die wiederum ein Gesamtkonzept für die zukünftige Nutzung vorgelegt haben. Demnach soll hier in den nächsten Das ehemalige Sudhaus der Würzburger Bürgerbräu im Mai 2013 vor der Renovierung.zehn Jahren für rund zehn Millionen Euro ein Zentrum für "kreative Dienstleistungen" entstehen wofür derzeit potentielle Nutzer gesucht werden. Die alte Bausubstanz aus der Gründerzeit soll dabei weitestgehend erhalten bleiben. Vorstellen können sich die Investoren handwerkliche Läden wie ein Goldschmied, ein Spielzeughersteller oder andere Branchen die aber auf alle Fälle regionale - "ehrliche" - Produkte fertigen und verkaufen sollen, passend zum gesamten Ambiente.

Geplant ist unter anderem, dass in das ehemalige Sudhaus eine Gastronomie einziehen soll die gleichzeitig das Herzstück des Areals bildet. Die Eröffnung ist für Ende 2013 bzw. spätestens 2014 geplant. Laut Investor Roland Breunig soll eine große Außengastronomie mit guten, wertigen aber "bezahlbaren" Produkten entstehen. Im hinteren Teil des Geländes, entlang der Zufahrt zum ehemaligen AKW, sollen nicht nur vier Atelier-Häuser für Künstler, sondern auch ein kleines Hotel mit 60 Betten entstehen.

Auch ansonsten haben die beiden Investoren wohl viele Ideen die es nun umzusetzen gilt. Im Dachgeschoss des Sudhauses wäre laut Breunig der Einzug eines Modelabels vorstellbar welches den Bereich als Ausstellungfläche nutzt. Carsten Höfer hingegen will seine Sektkellerei erweitern für die er dringend mehr Platz benötigt. Mit seinem Betrieb füllt er im Jahr rund 1,3 Millionen Flaschen Sekt ab... [1]

Umzug des "Central Kinos" auf das Bürgerbräugelände?

Die Investoren Breunig und Höfer haben dem "Central-Programmkino" drei Kinosäle im Gewölbekeller unter dem alten Maschinenhaus der Bürgerbräu angeboten. Laut Architekt Breunig könnte künftig auf Höhe der Straßenbahn-Endhaltestelle an der Kreuzung Frankfurter und Mainaustraße ebenerdig der Eingang zum gläsernen Foyer sein. Ohne eine einzige Stufe wären von dort aus die Eingänge zu drei unterschiedlich großen Kinosälen in den ehemaligen Brauereikellern zu erreichen.

Eine außerordentliche Genossenschaftsversammlung des Central hat den Vorstand im November 2012 mit überwältigender Mehrheit beauftragt, das Angebot zum Umzug von der Hofstraße auf das Bürgerbräu-Gelände in der Zellerau im Detail zu prüfen und die Rahmenbedingungen auszuloten. [3] Was daraus wird, bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen aber offensichtlich gut für einen Umzug.

Weiterführende Links
Quellenangaben
  1. Fernsehbericht TV Touring 02/2012
  2. Main-Post Artikel "Als Würzburg noch acht Brauereien hatte" vom 03.06.2012
  3. Main-Post Artikel "Kino Central liebäugelt mit der Zellerau" vom 01.11.2012

Letzte Aktualisierung: 10.01.2014